Bei Rapidshare und anderen sog. Filehosting-Diensten kann man anonym Dateien hinterlegen, also “in der Cloud” speichern. Lässt man den Download der Datei für jedermann zu und veröffentlicht den dorthin führenden Link , ist die Datei nicht mehr nur privat gespeichert, sondern im rechtlichen Sinne “öffentlich zugänglich gemacht”. Die unlizenzierte Verbreitung aktueller Musik- oder Filmdateien. Hör- oder Digitalbücher oder “gecrackter” Software in dieser Form erfüllt Straftatbestände. Die Rechteinhaber gehen bereits seit Jahren mit großem Aufwand gegen die “Download-Links” vor und lassen von den Sharehostern entsprechende, urheberrechtswidrige Inhalte löschen.

Schon vor der Verhaftung des Gründers von Megaupload, eines anderen Sharehosters, war es ein offenes Geheimnis, dass sich die Betreiber zwar einerseits zu Recht darauf berufen, es sei Sache des Nutzers, was er hochlade und wem er dies zur Verfügung stelle, der technische Dienstleister habe streng neutral zu bleiben -  andererseits aber massiv von den Urheberrechtsverletzungen ihrer Nutzer profitierten und die Mühen der Rechteinhaber, hiergegen vorzugehen, nur soweit unbedingt nötig unterstützten.

Das Oberlandesgericht Hamburg hat nun dem Sharehoster Rapidshare aufgegeben, mehr für den Urheberrechtsschutz zu tun: Für Dateien, die die klagenden Plattenlabels dem Sharehoster genau spezifiziert haben, muss der Betreiber nun prüfen, ob diese über Links in einschlägigen Verzeichnissen öffentlich zugänglich gemacht werden, und dies gegebenenfalls unterbinden. Das ist auch ohne weiteres möglich, wurde aber bisher von entsprechenden Dienstleistern im Auftrag und auf Kosten der Rechteinhaber erledigt. Nun wird Rapidshare diese Kosten tragen müssen.

Zur Pressemitteilung des OLG Hamburg (externer Link)

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